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Die Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten WillensDie Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten Willens

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Sri Aurobindo - Integraler Yoga (Purna-Yoga)

Sri Aurobindo war ein indischer Meister und Philosoph, der in seinen Büchern nicht nur zum Yoga sondern auch zu aktuellen Themen Stellung nahm.

Eine Vorstellung vom wahren Zwischen-Ziel des Pfades, der Erleuchtung mit dem kosmischen Bewusstsein, können auch ein paar Zitate von Meister Sri Aurobindo geben :  "Erleuchtung - so Sri Aurobindo - ist nicht ein Spielzeug, das man Kindern gibt".

"Spiritualität ist etwas Anderes als Rationalität. Ihr Erscheinen weist darauf hin, dass eine grössere Macht als das Denkwesen emportauchen will. (Life Divine - das göttliche Leben - II, 24)

"Das erleuchtete Denkwesen arbeitet in erster Linie nicht über das Denken sondern über die Schau. Ein Bewusstsein, das auf Schau beruht, das Bewusstsein des Sehers, ist eine mächtigere Quelle des Wissens als das des Denkers. Die Wahrnehmungskraft aus innerer Schau ist größer und direkter als die Wahrnehmungskraft aus dem Denken."(Sri Aurobindo)

Das Supramentale Bewusstsein : "Von Suchen ist hier nicht die Rede. Da ist keine Spur mentaler Konstruktion, keine harte Mühe der Spekulation oder den mit einer Entdeckung verbundenen Schwierigkeiten. Es handelt sich vielmehr um eine automatische oder spontane Erkenntnis von einer höheren Geistesebene her, die im Besitz der Wahrheit zu sein scheint, nicht aber erst auf der Suche ist nach noch verborgenen oder vorenthaltenn Wirklichkeiten."(Sri Aurobindo)

Aber das Wahrheitsprinzip würde selbst ohne eine solche vollständige Umwandlung das Prinzip eines ursprünglichen Nichtwissens, das nach Wahrheit sucht und immer nur zu Teilwissen kommt, so wie wir es hier sehen, wenigstens soweit ersetzen, dass das menschliche Denkwesen nicht länger der Bürger einer zwielichtigen Welt oder ein Knecht und Helfer der Unwissenheit, der Zulieferant von Mischungen aus Wahrheit und Lüge zu sein brauchte, sondern nunmehr eine Kraft des Lichtes werden könnte und eines Wissens, das sich selber findet, und dann könnten Denken und Denkwesen im Menschen sogar das werden, was sie in ihrem eigenlichen Ursprung nach sind : Untergeordnete, begrenzte und spezielle Tätigkeit des Supramentalen und genügend erleuchtetes Gefäss der Wahrheit ; zumindest würde aller Irrtum aus dem Wirken verschwinden. (Sri Aurobindo : Die Offenbarung des Supramentalen)

"Es existiert ein anderer Raum und eine andere Zeit für jeden Bewussteinszustand und auch verschiedene Bewegungen von Raum und Zeit innerhalb jedes Zustandes. Aber alle würden Übertragungen einer fundamentalen sprituellen Wirklichkeit von Raum-Zeit sein." (Sri Aurobindo, Life Divine, S. 375, 376)


Umwandlung : Die zweite Phase der Umwandlung kann man die spirituelle Phase nennen. Dem Unendlichen über uns, der ewigen Gegenwart, dem grenzenlosen Selbst, dem unendlichen Dasein, dem unbegrenzten Bewusstsein, der Allmacht und der Seligkeit öffnen sich die inneren Tore.
Aber all diese Veränderungen und Erlebnisse würden sich, obwohl sie ihrem Wesen und Charakter nach seelisch und spirituell sind, immer noch auf der mentalen, vitalen und physischen Ebene abspielen, was ihre Wirkung auf das Leben angeht.
Eine höchste spirituelle Umformung muss zu dieser seelisch-spirituellen Transformation hinzukommen.(Life Divine II, 25)

Um diese neue Schöpfung dauerhaft und vollkommen zu machen, müssen die eigentlichen Fundamente unserer Natur des Unwissens umgebildet werden, und eine grössere Macht, die supramentale(göttliche) Bewusstseinsmacht muss eingreifen, um diese Umgestaltung zu vollbringen. Dies ist die dritte Phase, die supramentale Wandlung.(Life Divine II, 25)

" Unser wahres Selbst muss zum Mittelpunkt des Wesens werden und das Individuelle in uns muss sich der kosmischen Bewusstheit öffenen".(Sri Aurobindo, The Life Divine II, 26, Das Göttliche Leben)

"Das supramentale Wesen wird das individuelle Selbst mit dem kosmischen Selbst, den Willen und das Handeln des Einzelwesens mit dem kosmischen Willen und dem kosmischen Wirken in Einklang bringen" (Zitat aus Sri Aurobindo, The Life Divine II, 27)

(Auch das von Yogananda beschriebene kosmische Erlebnis war noch nicht die Erleuchtung  sondern eher eine zeitweilige Übertragung ! )


"Diese Wonne (Ananda - das sich aus der höchsten Göttlichen Liebe ergiesst), die so absolut bezwingend wirkt, ist die Verzückung im Göttlichen ausschliesslich um seinetwillen, die jenseits ihrer selbst keinerlei anderen Zweck verfolgt. Sie sucht Gott nicht wegen irgendwelcher Dinge, die er uns geben kann, oder irgendwelcher besonderer Vorteile, die ihm eigen, sondern ganz einfach, weil er unser Selbst, unser ganzes Sein und unser Alles ist.
Durch dieses Ananda allein kann die Schlucht zwischen den erhabensten Höhen des Wahrheitsbewusstseins und den tiefsten Abgründen der Materie überbrückt werden.
Sri Aurbindo in Kapitel 6 und 7 des dritten Teils der "Synthese des Yoga (PDF)".

Die höchste Gnade handelt nur unter den Bedingungen des Lichtes und der Wahrheit. Sie handelt nicht unter Bedingungen, die ihr von Falschheit und Unwissen auferlegt werden. Denn gäbe sie den Forderungen der Falschheit nach, so verfehlte sie ihren eigensten Zweck. (Sri Aurobindo)

Aus den Evening Talks von Purani mit Sri Aurobindo vom 27.01.1939

Schüler: Nirwana ist eine fundamentale spirituelle Erfahrung, nicht wahr?
Sri Aurobindo: Nirwana, wie ich es kenne, ist eine notwendige Erfahrung, um sich der Natur-Persönlichkeit zu entledigen, die der Unwissenheit unterworfen ist. Du hörst auf das kleine individuelle Ego in einer weiten Welt zu sein. Das wirfst Du hinweg und wirst zum Einen im Nirwana. Nirwana ist eine Passage, um in einen Zustand zu gelangen, indem Deine wahre Persönlichkeit erlangt werden kann. Die wahre Individualität ist kein kleines, enges und begrenztes, in der Welt enthaltenes Selbst, sondern ist weit und unendlich und kann die Welt in sich enthalten. Du kannst in der Welt bleiben und doch sozusagen über ihr sein. Um sich der gesonderten Persönlichkeit der Natur zu entledigen, ist Nirwana eine mächtige Erfahrung.
Schüler: Erkennt man sich als ein Individuum, ich will sagen, als der wahre Jiva nach Nirwana?
Sri Aurobindo: Man erkennt sich als den Einen in Allen und auch den Einen als Viele und doch ist dieser Eine auch Er.
Schüler: Ist es das, was Du mehrfache Einheit genannt hast ?
Sri Aurobindo: Ja.


"Würde die Menschheit nur einen Schimmer davon erhaschen, was für unendliche Freuden, was für vollendete Kräfte, was für leuchtende Weiten spontanen Wissens, was für ruhige Ausdehnungen unseres Wesens auf uns warten in Regionen, die unsere tierhafte Natur noch nicht erobert hat, so würde sie alles lassen und nicht eher ruhen, als bis diese Schätze gewonnen sind. Doch der Pfad ist eng, die Tore sind schwer aufzubrechen, und Misstrauen, Angst und Zweifelsucht sind da, die Fangfühler der Natur, die unseren Fuss daran hindern sollen, sich von den gewöhnlichen Weiden abzukehren", Sri Aurobindo in " Gedanken und Aphorismen ".

In den "Gesprächen" gibt die "Muttter" aber selbst zu : " Die Dinge sind so wie sie sein sollen, denn sie sind der Ausdruck des göttlichen Willen" (Gespräche, 22.2.1956).
Auch sagte Sri Aurobindo in "Gedanken und Aphorismen" : "Ich habe vergessen was Laster und was Tugend ist. Ich kann nur Gott sehen, sein Spiel in der Welt und seinen Willen in der Menschheit."


"Krishna, der göttliche Flötenspieler. ist das innewohnende und alleinheitliche Göttliche und die höchste Anziehungskraft. Radha, die Psyche, die seelische Persönlichkeit, antwortet dem Ruf des höchsten Flötenspielers.
Damit es kein Gefühl der Trennung mehr gibt, muss man in sich eine vollkommene Wesenseinheit verwirklicht haben. Ist das einmal geschehen, dann kommt die Geschichte zu ihrem Ende, und es gibt nichts mehr zu erzählen. Deshalb wurde gesagt, wenn die Welt, wenn die Schöpfung völlige Wesenseinheit mit dem Göttlichen verwirklichen würde, gäbe es keine Schöpfung mehr, es wäre die Rückkehr ins Pralaya. Die Lösung ist demnach, das Ananda mitten in diesem spiel zu finden, wo man gibt und empfängt, wo man zwei zu sein scheint."(Die Mutter, Bulletin, Febr.1961)

"Hinter der Einzelliebe verborgen und von ihrer menschlichen Gestalt verdunkelt gibt es ein vom Geist nicht erfasstes Mysterium des Leibes des Göttlichen, das Geheimnis einer mystischen Form des Unendlichen, der wir uns nur durch die Ekstase des Herzens und die Leidenschaft der reinen und erhobenen Sinnes nähern können. Seine Anziehung, die der Ruf des göttlichen Flötenspielers, der beherrschende Zwang des Allschönen ist, kann nur ergriffen werden und uns ergreifen durch eine okkulte Liebe und Sehnsucht, die schliesslich Form und Formloses eins macht und Spirituelles und Materie wesenseint. Das ist es, was die spirituelle Kraft hier in der Liebe sucht, im Dunkel der Unwissenheit, und das ist es, was sie findet, wenn menschliche Einzelliebe sich wandelt in die Liebe des innewohnenden Göttlichen, das im stofflichen Weltall eingekörpert ist." ( Sri Aurobindo, Synthese des Yoga, 1 Kapitel VI)

"Die größte Schwierigkeit besteht darin, dass die Struktur unseres Körpers aus Unwissenheit besteht, und immer, wenn die Kraft, das Licht, die Macht [des anderen Zustands] irgendwo eindringen wollen, müssen sie die Unwissenheit erst beseitigen. Und jedesmal ist die Erfahrung analog bis ins Detail: Ein Art der Verneinung durch nicht-wissen-wollende Ignoranz. Bei jedem Schritt, bei jeder Kleinigkeit, immer dasselbe, das aufgelöst werden muss. Die erste Reaktion besteht in einer automatischen Verneinung. [...] Die Erfahrung wiederholt sich bei anderer Gelegenheit, doch dann beginnt schon ein Zusammenwirken: Die Zellen wissen bereits, dass sich mit "Dem" der Zustand verändert - Sie erinnern sich, das ist sehr interessant. Und dann beginnen sie mitzuarbeiten, und nun geht alles schneller. Einen kurzen Moment, dann haben sie es begriffen."- Die Mutter(Agenda: 63.277)

"Der Körper beginnt einem anderen Gesetz zu folgen: Man weiß auf die Minute genau, was man tun muß, was man sagen muß, was geschehen wird. Wendet man nur die geringste Aufmerksamkeit oder Konzentration an, um es zu wissen, dann kommt es nicht zustande. Wenn man jedoch in diesem Zustand ist, in dieser inneren Unbewegtheit, dann weiß man bei allen kleinen Dingen des Lebens genau im rechten Augeblick: Was man sagen muß, das kommt; was man antworten muß, ist da; die Person, die eintritt, tritt ein. Es geschieht wie automatisch. In der mentalen Welt denkt man eine Sache erst, und tut sie dann. Dort ist es nicht so." - Die Mutter(Agenda: 62.271)

Auch der Integrale Yoga kennt wie der kashmirische Shivaismus die Kontinuität des Bewusstseins :
"Selbst in der materiellen Welt, die uns eine Welt der Unwissenheit zu sein scheint, eine Welt in der eine blinde und unbewusste Kraft am Werke ist die im Unbewussten ihren Ausgang nimmt, das Unwissen durchschreitet und mit Mühe zu einem unvollkommenen Licht und zu einer unvollkommenen Erkenntnis kommt, gibt es dennoch eine geheime Wahrheit in den Dingen, die alles fügt und die vielen entgegengesetzten Kräfte des Wesens zum Selbst führt und die zu ihren eigenen Höhen aufsteigt, wo sie ihre eigene höchste Wahrheit offenbaren und die geheime Absicht des Weltalls erfüllen kann.
Sogar diese materielle Welt des Daseins ist auf eine Ordnung der Wahrheit in den Dingen aufgebaut, die wir das Naturgesetz nennen, eine Wahrheit, von der wir zu größerer Wahrheit aufsteigen, von der wir zu größerer Wahrheit aufsteigen, bis wir in das Licht des Höchsten eintauchen. In Wirklichkeit ist diese Welt nicht von einer blinden Naturkraft erschaffen worden : Sogar im Unbewussten wirkt sich die Gegenwart der höchsten Wahrheit aus. Hinter ihr steht eine sehende Macht, die unfehlbar wirkt und auch die Schritte des Universums leitet, selbst dann wennn es zu straucheln scheint. Denn was wir Unwissen nennen ist ein verhülltes Wissen und ein Wissen das in einem Körper wirkt, der nicht sein eigen ist aber sich auf diese höchste Selbstentdeckung zubewegt.....

Das Schicksal ist niyati, die von der Natur gewollte ausgeführte Sache, eine Macht des Geistes, entsprechend einem festen Gesetz seiner selbstgelenkten Arbeiten. Aber da dieses ewige und unendliche, unser größeres Selbst, auch das universelle Wesen ist, ist der Mensch im Universum ist untrennbar eins mit all dem Rest der Existenz, und nicht eine Seele die ihr isoliertes spirituelles Schicksal und ihre Natur ausarbeitet, während alle anderen Wesen nichts anderes sind als seine Umgebung und Mittel oder Hindernisse, - dass sie sind in der Tat, aber sie sind viel mehr zu ihm, - welches ist der Eindruck, gegossen auf den Geist durch die Gedanken oder die Religionen , die zu sehr seinen Mittelpunkt der Individualität oder sein Ziel der persönlichen Erlösung betonen." (Sri Aurobindo The supramental manifestation'  , Sri Aurobindo, Die Offenbarung des Supramentalen, S. 142, PDF)


Es existieren zumindest keine offiziellen Entwicklungsmethoden des Integralen Yoga ausser dem " OM namo bhagavate'' bzw. es herrscht Uneinigkeit darüber. Sri Aurobindo beantwortete in seinen frühen Jahren die Frage nach der von Ihm als die beste angesehene Methode "Pranayama, Pranayama ...", mit der er in seiner Anfangszeit auch groß geworden war.(Stundenlanges Pranayama ist etwas bedenklich für die Praxis in unreiner Umgebung ausserhalb eines Ashrams. Qi Gong ist auch eine Form des Pranayama und alltagstauglicher).

Andererseits hebt er im 'Life Divine' und in 'Offenbarung des Supramentalen' das tantrische System hervor. In der "Synthese des Yoga" betont er, daß sein Yoga nicht ein zuerst mentales System ist wie der Raja-Yoga sondern darüber hinaus gehend mit supramentalen göttlichen Kräften transformiert.
Später sagte er in einem Abendgespräch, dass die Meditation über den Namen "OM Sri Aurobindo Mira" ausreiche.
Die Mutter(Aurobindos Nachfolgerin) sagte zusätzlich, ihr Hauptmantra sei " Om namo Bhagavate".

Sowohl Sri Aurobindo als auch die Mutter betonten aber immer wieder die Wichtigkeit von aufrichtiger Aspiration und der Unterwerfung unter das Göttliche und damit des Öffnens der inneren Haltung gegenüber dem Göttlichen. Diesbezüglich hatte die Mutter manchchmal sehr harte Worte zu ihren Schülern, denen sie Heuchelei vorwarf und dass sie gar nicht das Göttliche suchten.
Später sagte die Mutter, es sei die Methode des integralen Yoga, das oberste Chakram zu öffnen und den göttlichen Geistfunken im Herzen zu entwickeln, was auch schon als "Oberer Pfad" bekannt ist. [s.a. : Synthese des Yoga II, Kap VII].

Es gibt die Bücher von Sri Aurobindo in teilweiser deutscher Übersetzung , teilweise Online, und auf der englischen Aurobindo-Ashram-Webseite als PDF zum Download genau wie die Bücher der Mutter als Ebook und als PDF.