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Die Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten WillensDie Universelle Lehre - gewidmet den Menschen wahren guten Willens

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Spiritualität findet nur nebensächlich im materiellen Körper statt. Das  kosmische Bewusstsein ist eine überbewusste Erfahrung im Geistkörper (Jivatman, Dharmakaya), die daher nur von ganz fortgeschrittenen Yogis erfahren werden kann. Ein wahrer Meister besitzt es permanent.

" Wir sind alle ein Teil des EINEN Geistes. Wenn Ihr die wirkliche Bedeutung der Religion  erfahrt,   die darin besteht, Gott zu kennen, werdet Ihr bemerken, dass er EUER Selbst ist, und dass er gleichermassen und untrennbar in allen Wesen existiert. " --Paramahansa Yogananda--

   Yogananda's Beschreibung des Erlebnisses des Kosmischen Bewusstseins - Kap. 14

" Mein Körper wurde wie unbeweglich angewurzelt. Der Atem wurde aus meinen Lungen gesogen wie von einem grossen Magneten. Seele und Verstand verloren ihre körperliche Gebundenheit und strömten heraus wie ein fliessendes Licht aus jeder Pore. Das Fleisch war wie tot. Doch war ich mir in meiner intensiven Bewusstheit klar, dass ich niemals vorher voll am Leben gewesen war. Mein Identifikationssinn war nicht länger eng an einen Körper gebunden, sondern umfasste die umgebenden Atome. Menschen auf entfernten Strassen schienen sich über meine eigene ferne Peripherie zu bewegen. Die Wurzeln der Pflanzen und Bäume erschienen durch eine dunkle Transparenz des Bodens, und ich sah den inneren Fluss ihrer Säfte.

Meine normale Sicht war jetzt zu einer riesigen sphärischen Sicht geworden, alles gleichzeitig wahrnehmend. Durch meinen Hinterkopf hindurch sah ich die Menschen weit die Rai Ghat Lane heruntergehen. Ich bemerkte auch eine weisse Kuh, die sich leise näherte. Als sie das Ashram - Tor erreichte, beobachtete ich sie wie durch meine physischen Augen. Nachdem sie die Steinmauer passiert hatte, sah ich sie immer noch.

Alle Objekte in meinem Panorama zitterten und vibrierten wie schnelle Filmbilder. Mein Körper, der Körper des Meisters, der Hof, die Möbel, der Flur, die Bäume, der Sonnenschein, sie wurden erfasst, bis sie in einem leuchtenden Meer verschmolzen. Das einigende Licht änderte sich mit den materialisierten Formen, das Gesetz von Ursache und Wirkung in der Schöpfung zur Geltung bringend .

Ein Ozean der Glückseligkeit erwachte auf den ruhigen endlosen Ufern meiner Seele. Ich bemerkte, dass der Geist Gottes unerschöpfliche Glückseligkeit ist. .
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.....das ganze Universum schimmerte schwach erleuchtet wie eine nächtliche Stadt in der Unbegrenztheit meines Seins...... .
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Die göttliche Streuung der Strahlen wurde aus einer ewigen Quelle ausgegossen. Wieder und wieder sah ich die schöpferischen Strahlen sich in Konstellationen kondensieren, und sich dann in die Zungen von transparenten Flammen auflösen. Durch rhythmische Umkehr entstanden unzählige Welten.

Glückseliges AMRITA, Nektar der Unsterblichkeit, pulsierte durch mich wie eine quecksilberähnliche Flüssigkeit. Ich hörte die schöpferische Stimme Gottes ertönen wie AUM, die Schwingung des kosmischen Motors.

Plötzlich kehrte der Atem in meine Lungen zurück. Mit fast unerträglicher Enttäuschung bemerkte ich, dass meine Unbegrenztheit verloren ging. Einmal mehr war ich begrenzt auf den Käfig meines Körpers, nicht leicht an den Geist angepasst. Wie ein unartiges Kind war ich von meinem makrokosmischen Zuhause weggelaufen und hatte mich in meinen engen Mikrokosmos eingesperrt.

Yogananda beschreibt seine erste Erfahrung des Kosmischen Bewusstseins in seinem klassischen Buch : Autobiografie eines Yogi. (Yogananda weist in seinem zweiten Lehrbriefabschnitt darauf hin, dass seine Lehre auf dem Wissen des Pantanjali und der Johannes-Apokalypse fusst.)


Auch Sri Aurobindo beschreibt ähnliche Erfahrungen als Nebenerscheinungen sehr fortgeschrittener Schüler in seinem Werk "Life Divine"(Das Göttliche Leben) :
"In dieser grenzenlosen Weite kann nicht nur das Einzel-Ich sondern jedes Gefühl von Individualität oder instrumentaler, untergeordneter Persönlichkeit gänzlich verschwinden. Das kosmische Bewusstsein, die kosmische Wonne, das Spiel der kosmischen Kräfte ist allein übrig geblieben, und wenn nun das Ananda oder der Brennpunkt der Kraft dort gefühlt wird, wo persönliches Denken, Vitales oder Einzelkörper gewesen sind, dann wird es nicht mehr als etwas Persönliches sondern als ein Feld der Offenbarung empfunden". (Life Divine II, 26)

und er beschreibt das kosmische Bewusstsein :
"Ich hüllte die weite Welt in mein weiteres Selbst
und Raum und Zeit sind meines Geistes Gesicht
Ich bin der Gott und Dämon, Geist und Elf
Ich bin des Windes Eile, der Sterne Licht
Die ganze Natur ist der Pflegling meiner Acht
Ich bin ihr Kampf und der ewigen Ruhe Schweigen
Der Welt Freude rinnt schauernd durch mich, bedacht
mit dem Weh von Millionen ist meine einsame Brust
Ich lernte Wesenseinheit mit allem hier.
Doch nichts, das ich werde, bindet mich verfänglich.
Tragend des Universums Ruf in mir,
klimm ich zu meiner Heimat, die unvergänglich.
Leben und Zeit übersteig ich auf masslosen Schwingen,
Doch bin ich eins mit geborenen und ungeborenen Dingen.
(Sri Aurobindo, Last Poems.)

"Wenn das Übermentale herabkommt, wird sich der Herrschaftstrieb des Ich-Sinnes, der sich immer in den Mittelpunkt stellt, gänzlich unterordnen, in der Weite des Seins verlieren und schließlich abgelegt werden. Ein weites kosmisches Schauen, das Gefühl des grenzenlosen All-Selbstes und eines All-Strebens sind an seine Stelle getreten. Viele Regungen, die vorher noch egozentrisch waren, mögen zwar noch fortdauern, erscheinen aber nun als Strömungen und Wellenlinien in der kosmischen Weite.
Alles innere individuelle Schauen und Verstehen der Dinge ist jetzt ein Enthüllen, ein Erleuchten des Geschehenen oder des Verstandenen geworden, aber die Quelle der Offenbarung liegt nicht mehr in unserem Einzel-Ich sondern im All-Wissen.
In dieser grenzenlosen Weite kann nicht nur das Einzel-Ich sondern jedes Gefühl von Individualität oder instrumentaler untergeordneter Persönlichkeit ganz verschwinden. Das kosmische Sein, das kosmische Bewusstsein, die kosmische Wonne, das Spiel der kosmischen Kräfte ist allein übriggeblieben, und wenn nun die Wonne oder der Brennpunkt der Kraft dort gefühlt wird, wo persönliches Denken, Vitales oder Einzelkörper gewesen sind, dann wird es nicht mehr als etwas Persönliches sondern als Feld der Offenbarung empfunden. Das Gefühl der Wonne, das Wirken der Kraft ist nicht mehr auf die Person oder den Körper beschränkt, sondern es wird überall gefühlt, in einem unbegrenzten Bewusstsein von Einheit, das alles durchwebt."

"Das supramentale Wesen, das in seinem kosmischen Bewusstsein alles aus sich selbst sieht, wird aus diesem Gefühl heraus handeln. Es würde aus einem Gewahrsein des Alls heraus handeln. Sein Einzel-Selbst würde mit dem totalen Selbst, sein Eigenwille mit dem totalen Willen, seine Eigentätigkeit mit der All-Tätigkeit in Einklang stehen.(Sri Aurobindo, Life Divine II,27)

Überwältigt von dem ersten Ansturm und dem Gefühl der Macht eines übernormalen Zustandes, werden sie geblendet von einem kleinen Licht, das ihnen wie eine ungeheure Erleuchtung vorkommt, oder von der Berührung durch eine Kraft, die sie fälschlicherweise für die volle göttliche Kraft halten oder zumindest für eine sehr große Yoga-Shakti; oder sie akzeptieren eine Zwischen-Macht  als das Höchste und ein Zwischen-Bewusstsein als die höchste Verwirklichung. Nur allzu bereitwillig sind sie der Meinung, das volle kosmische Bewusstsein erlangt zu haben, obwohl es doch nur ein vorderer oder kleiner Teil davon ist, oder ein größeres Mental, eine Lebens-Macht oder feinstoffliche Bereiche, mit denen sie eine dynamische Verbindung eingegangen sind. (Sri Aurobindo, Briefe über den Yoga , Band 3)


"Für den erleuchteten Menschen, dessen Bewusstsein das Universum umfasst, wird das Universum sein "Körper", während der physische Körper zu einer Manifestation der Universellen Geistes wird, seine innere Vision wird ein Ausdruck der höchsten Wirklichkeit und seine Rede ein Ausdruck der ewigen Wahrheit und mantrischen Macht"
Lama Anagarika Govinda, Foundations of Tibetan Mysticism3 , (Capra 1975, 305)


"In den Veden lesen wir von Ihm als "Soma Ras", das den Rishis und Munis kosmische Bewusstheit oder kosmisches Bewusstsein gewährte, die schon vor sehr langen Zeiten daran teilnahmen." Kirpal Sing in "NAAM or the Word" über Amrita, und weiter auf Seite 167 :

" Diese Rückkehr der Seele zur Verwirklichung ihrer wahren Natur und das Aufsteigen in das universale oder kosmische Bewusstsein jenseits der Schranken der Endlichkeit ist die wahre Auferstehung oder die Erfahrung einer neuen Geburt und eines neuen Lebens."
Kirpal Singh in "Naam oder das Wort"(PDF)


Atmasvarupam :
'Unser begrenztes Bewusstsein mit seinem Unterscheidungsvermögen und seinen Begriffen und falschen Vorstellungen wird ein Teil von unbegrenztem Bewusstsein. Er ist in Wahrheit Prajapati und Vishva, der Urgrund der Schöpfung und das Universelle in uns allen. Dieser Geist ist Bewusstsein und gibt dem Körper Bewusstsein. Er ist der Lenker des Streitwagens.'
Krishna Yajur Veda, Maitri Upanishad 2.5. UPM, 99


"...der Körper, die Erde, die Sterne, die Galaxien verschmolzen zu einer Einheit  und zu dieser Einheit gehörte ich. Grenzenlos, zeitlos schwebte mein Bewusstsein in einer pulsierenden Ewigkeit", schrieb der 1999 im Alter von 92 Jahren verstorbene französische Mystiker ( Frédéric Lionel ).


Es sollte daran erinnert werden, dass das besondere Merkmal des Menschen am Veränderlichen Kreuz das Selbstbewusstsein ist, daß der Jünger am 'Fixen Kreuz' schnell gruppenbewusst wird, wenn die erlebten Erfahrungen richtig assimiliert wurden, und dass der Meister am 'Kardinalen Kreuz' durch ein universales Bewusstsein unterschieden wird, das schliesslich ins kosmische Bewusstsein übergeht, einen Seinszustand, der euch selbst in den kühnsten Flügen eurer Einbildungskraft unbekannt ist. (A.A. Bailey : Sieben Strahlen 5, 692)

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